Event in Amsterdam: “Beyond the limitations of the anarchist scene: Perspectives and networking for class-struggle and organised anarchism”

Today anarchism as a political ideology is often associated with a rejection of (formal) organisation and sticking to a limited political subculture. And certainly there is a significant part of the anarchist movement that fits this description. On the other hand there are many anarchists – historically and today – who argue that formally organising as anarchists, for example in an anarchosyndicalist union or in an anarchist federation, and taking part in broader social struggles at the workplace, the neighborhood or in feminist and anti-racist movements is necessary to push the struggle for social revolution and liberation forward. The anarchist bookfair brings together some people who might identify more with the first description and others who identify more with the latter – and a lot of people who don’t feel like they belong or want to belong to either tendency. While it’s good to have this huge mix of various tendencies at one place we feel that it’s also necessary to come together specifically as anarchists that favor organisation and a class-struggle orientation.

Sadly at the bookfair, there was not enough space and time anymore to allow such a meeting. Therefore we want to create such a space of open discussion in addition (not against it) outside of the bookfair. We want to use this meeting to get to know each other, talk about the situation of the anarchist movement in the various countries we come from and discuss how we can advance the struggle for liberation and build strong anarchist organisations. We especially want to look at the situation and the perspectives in the Netherlands but also talk about developments in other parts of Europe and the world. The meeting will take place on saturday evening at the Infokafee Bollox which is part of the Anarchist Library Amsterdam (Eerste Schinkelstraat 14-16, 1075 TX). We will start at 8:30pm, so that everyone is able to take part in the bookfair, eat something and then join us afterwards. A bar will give out drinks and will also stay open after the end of the discussion till around 12pm. So even if you cannot make it at 8:30, feel invited to join us afterwards! The best way to get to the Infokafee is via public transport. Walk from the location of the bookfair (Plantage Doklaan) to K.-Gravesandestr. Station, take the Metro 1 in direction Osdorp De Aker and get out at Rhijnvis Feithstraat Station. Walk from there to Infokafee.

The event is hosted and planned by Die Plattform – Anarchacommunist Federation from Germany and will take place in English.

We are really looking forward to meeting you all, hear from your experiences and ideas and build new contacts and networks!”

“Was nun?” – Argentinische Anarchist:innen zum Wahlsieg von Milei

Am vergangenen Wochenende haben in Argentinien Präsidentschaftswahlen stattgefunden. Von vielen bis zuletzt als unwahrscheinlich eingeschätzt, ist aus diesen der rechte Ultraliberale Javier Milei als Sieger hervorgegangen. Während seines Wahlkampfs hatte er massive Kürzungen im staatlichen Sektor und andere Angriffe auf die erkämpften Rechte der unteren Klassen angekündigt.

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Trans Day of Rememberance: Den Opfern transfeindlicher Gewalt gedenken & den Kampf für Selbstbestimmung vorantreiben!


Inhaltshinweis: Beschreibung von Transfeindlichkeit und transfeindlicher Gewalt

Ein abfälliger Blick. Ein beleidigender Kommentar. Körperliche Bedrohung und Übergriffe auf der Straße. Politiker:innen und Medien, die öffentlich hetzen. Ein Staat, der das Recht auf körperliche Selbstbestimmung aktiv einschränkt. Rechter Terror. Das alles hier und weltweit. Transfeindlichkeit hat unzählige Gesichter. Nicht alle sind gleich tödlich, aber alle sind grausam. Ausdruck einer patriarchalen und kapitalistischen Gesellschaftsordnung, die darauf aufbaut, die Menschen in die engen Kategorien zweier Geschlechter zu zwängen. Die alle, die da nicht reinpassen, als etwas behandelt, was es nicht geben darf. Transfeindlichkeit hat eine lange und brutale Geschichte.

Und doch ist es die Zeit, in der wir heute leben, in der die Rechte von trans Menschen, ja ihre Existenz insgesamt, so offen und massiv angegriffen werden, wie seit 1940 nicht mehr. Die extreme Rechte in ihren unterschiedlichen Facetten nutzt Hetze gegen trans Menschen, um gezielt an reaktionäre Stimmungen in der Gesellschaft anzudocken. Währenddessen erlassen viele Staaten Gesetze, die trans Rechte weiter oder sogar noch stärker einschränken. In weiten Teilen der Welt ist auch nur das Überleben als trans Person weiterhin nicht vorstellbar. Immer wieder kommt es dazu, dass trans Menschen den eskalierenden Hass mit dem Leben bezahlen. Malte wurde letztes Jahr in Münster erschlagen, weil er sich selbstbewusst einem queerfeindlichen Angriff entgegengestellt hat. Brianna wurde in diesem Jahr in England erstochen, weil sie ihr Leben selbstbestimmt leben wollte. Alleine in den USA wurden 2022 mindestens 32, dieses Jahr schon mindestens 14 Menschen aus transfeindlichen Gründen ermordet. Hinzu kommen all diejenigen, die die ständige Gewalt auf zwischenmenschlicher aber auch auf struktureller Ebene, wie den Ausschluss vom Arbeitsmarkt, die Hürden in der Gesundheitsversorgung oder die Unmöglichkeit, in der angespannten Marktlage Wohnraum zu finden, nicht mehr aushalten.

Für all diese Menschen wurde der Trans Day of Rememberance ins Leben gerufen, der jedes Jahr am 20. November stattfindet. Heute gedenken wir allen getöteten trans Menschen. Bei Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen. Wir zeigen, dass wir auch im Sturm des Hasses und der Gewalt nicht vergessen – und das wir nicht vergeben. Denn die tödlichen Verhältnisse bestehen fort. Wir haben keine Wahl, als gegen sie mit aller Entschlossenheit anzukämpfen. Wir müssen den Widerstand auf allen gesellschaftlichen Ebenen organisieren. Dort wo wir arbeiten, dort wo wir wohnen, dort wo wir lernen. Gegen die Ausgrenzung in der Familie, gegen die Gewalt im Alltag und die systematische Diskriminierung des Staates. Es ist wichtig, dass sich diejenigen, die unmittelbar von Transfeindlichkeit betroffen sind, selbst organisieren. Genauso braucht es aber auch eine gemeinsame Organisierung in Gewerkschaften, Nachbarschaftskomitees und Bildungsorganisationen.

Nur vereint können wir die reaktionären Angriffe abwehren und eine freie Gesellschaft ohne Transfeindlichkeit, ohne Patriarchat und Kapitalismus erkämpfen! Nur vereint können wir Gerechtigkeit für die Toten erstreiten!

Literaturempfehlung: “Kritik der politischen Ökonomie”

“Kritik der politischen Ökonomie” von Michael Heinrich ist mehr als nur eine Erläuterung der Ideen von Karl Marx – über 220 Seiten hinweg führt das Buch in die Welt der politischen Ökonomie ein, wo die eher komplexen Schriften von Marx auf klare Weise durchleuchtet und in einer durchdachten Analyse dargelegt werden.

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9. Kongress der anarchakommunistischen Plattform in Berlin!

Am 4. und 5. November 2023 hat in Berlin der 9. Föderationskongress der anarchakommunistischen Plattform stattgefunden. Berlin war nun bereits zum zweiten Mal Austragungsort eines Kongresses. Das Zusammenkommen wurde von einer unserer ältesten Gruppen organisiert.

An den zwei gut gefüllten Kongresstagen, zu denen Mitglieder aller Lokalgruppen anreisten, ging es um verschiedenste Themen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Fertigstellung der Überarbeitung unserer bisherigen Aufnahmetexte. Diese wurde beim letzten Föderationskongress in Köln beschlossen und ist in den sechs Monaten seitdem schon deutlich vorangekommen. Wir beschäftigten uns auch mit der geplanten Erarbeitung unserer programmatischen Grundlage und beschlossen hier erste Schritte. Außerdem hatten wir beim letzten Kongress eine Umstrukturierung unserer Awarenessstrukturen ausgearbeitet, welche wir diesen Kongress final abschließen konnten. In verschiedenen Diskussionsrunden sprachen wir zudem über den aktuellen Zustand unserer Praxis in den sozialen Kämpfen sowie über die weitere Verbreitung unserer Lokalstrukturen in verschiedenen Teilen der BRD.

Ein besonderes Highlight folgte am zweiten Kongresstag: Das erste Mal durften wir Gäste auf unserem Föderationskongress begrüßen. Eine Delegation der Genoss:innen von Perspektive Selbstverwaltung stattete uns einen Besuch ab. In zwei Diskussionsrunden ging es um den Austausch von Erfahrungen und die zukünftige gemeinsame Vernetzung und Zusammenarbeit unserer beiden Organisationen.

Wie jedes Jahr haben wir uns auch Zeit genommen, um uns als FLINTA*s innerhalb der Organisation auszutauschen, zu vernetzen & gegenseitig zu empowern. Währenddessen haben die cis-männlichen Genossen eine organisierte Kritik ihrer männlichen Sozialisation geübt, welche in fast allen Lokalgruppen auch bereits eine regelmäßig verankerte Struktur ist und dazu dienen soll, patriarchale Dynamiken in unserer Föderation sowie im Privaten zu erkennen und zu reflektieren.

Am Abend nach unseren inhaltlichen Programm haben wir gemeinsam entspannt, gegessen und es war endlich Zeit sich auch mal privat zu unterhalten: Neu dazugestoßene Genoss:innen konnten sich persönlich kennenlernen und „altgediente“ Genoss:innen freuten sich einander wiederzusehen. Im Stress des Alltags und der politischen Arbeit kommt dies leider oft zu kurz und unsere Kongresse sind immer eine schöne Gelegenheit sich auch menschlich zu begegnen und als Föderation zusammenzuwachsen.

Auch zu diesem Kongress haben uns wieder einige Grußworte unserer Schwesterorganisation erreicht, welche wir immer am Morgen unseres Kongresstages als kleine Motivation vorgelesen haben. Im Folgenden haben wir das Grußwort unserer katalanischen Genoss:innen von EMBAT dokumentiert:

“Wir leben in komplizierten Zeiten. Im Zusammenhang mit den schweren Massakern in der Ukraine und im Gazastreifen besteht die Gefahr einer zunehmenden Intervention der Weltmächte. Dies führt zu einer Verallgemeinerung des Krieges und zu einer sehr gefährlichen Eskalation im Nahen Osten, in der Sahelzone und in Osteuropa. Wie wir sehen, besteht nicht nur die Gefahr eines Krieges, sondern auch die bürgerlichen Freiheiten in unserem Westeuropa sind angesichts der Ausrichtung unserer Länder auf den NATO-Block ernsthaft in Gefahr. Dies ist das denkbar schlechteste Szenario, um die Herausforderungen dieses Jahrhunderts für die Menschheit zu bewältigen: Klimawandel, Energiekrise und das sechste große Artensterben in der Geschichte des Planeten.
Doch obwohl die Situation sehr ernst ist, verstehen wir, dass die Rolle einer revolutionären Organisation darin besteht, die Revolution vorzubereiten. In Europa repräsentiert niemand besser als die Arbeiter:innenklasse (ob einheimisch oder zugewandert) in Deutschland die Möglichkeiten des sozialen Wandels. Wir sind uns bewusst, dass unsere Ideen noch nicht die Führung in unserer Gesellschaft haben, aber wir sind uns bewusst, dass gerade der Klassenkampf der Motor für jede Veränderung ist.
Deshalb ermutigen wir euch, bei den wichtigen Herausforderungen, die vor ihr liegen, voranzugehen.
Dazu ist es unerlässlich, einen Fahrplan, eine Strategie zu entwerfen, die es uns ermöglicht, diese raue See zu navigieren.
Für den Triumph des libertären Kommunismus
Es lebe die Plattform!
Luchar, crear, poder popular!”

Dieses Jahr hat am selben Wochenende auch die UCL – unsere Schwesterorganisation in Frankreich, Belgien und der französischsprachigen Schweiz ihren zweiten Kongress abgehalten. Eine eigentlich geplante gemeinsame Videokonferenz von Kongress zu Kongress musste leider ausfallen, da das Wochenende für beide Organisationen sehr arbeitsintensiv war. Trotz allem haben wir es uns nicht nehmen lassen, noch ein Grußwort an unsere Genoss:innen zu richten, welches wir auch bereits veröffentlicht haben.

Zusammengefasst blicken wir auf ein sehr schönes Kongress-Wochenende zurück. Geschafft aber motiviert sind die Delegierten der Lokalgruppen in ihre Heimat zurückgekeht. An der Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an unsere Genoss:innen der Lokalgruppe Berlin, welche den Kongress organisiert haben!
Obwohl es in vielerlei Hinsicht sicher noch Luft nach oben gibt, war es doch ein Wochenende, das uns Hoffnung macht, eine stabile, langfristig aktive anarchistische Organisation weiter aufbauen zu können. Eine Organisation, die uns die Basis gibt, um in den kommenden Monaten und Jahren die Arbeit für die Selbstorganisation der Unterdrückten und den Aufbau der Gegenmacht von unten noch stärker voran zu treiben und zu untersützen. Wenn du Teil dieses Wegs, Teil einer überregionalen, klassenkämpferischen anarchistischen Föderation werden möchtest, dann schließ dich uns an! Auf dem steinigen Pfad vorwärts, können wir jeden Menschen, der mit uns fragend auf ihm voranschreiten will, mehr als nur gebrauchen.

Es lebe die anarchakommunistische Föderation!
Es lebe die Plattform!
Gemeinsam voran zum freiheitlichen Kommunismus!