Fünf Jahre Die Plattform!

Auf den Tag genau heute vor fünf Jahren, am 1. Januar 2019, verkündete eine Handvoll Anarchist:innen aus unterschiedlichen Städten Deutschlands, mit großen Worten die Gründung einer neuen politischen Organisation. Bereits einige Wochen zuvor hatten sie sich auf den Namen ihrer Initiative geeinigt. “Die Plattform – Anarchokommunistische Organisation” sollte sie heißen. Das Ziel, das die ausgaben, war so ambitioniert wie richtig: Die Schaffung einer revolutionären plattformistischen Organisation für den deutschsprachigen Raum.

Seitdem ist ein halbes Jahrzehnt ins Land gegangen. Die Plattform ist von einer Idee im Kopf einiger Einzelpersonen zu einer funktionierenden Organisation mit Gruppen in sechs Städten geworden. Zu einer wahrnehmbaren Stimme in der anarchistischen Bewegung unserer Region. Und zu einem Teil der Entwicklung dieser Bewegung hin zu einem neuen klassenkämpferischen und revolutionären Profil. Gleichzeitig waren die letzten fünf Jahre genauso auch von Fehlern, Problemen und Rückschlägen geprägt. In einigen Wochen werden wir in einem längeren Text eine Bilanz der ersten fünf Jahre ziehen, Erfolge und Niederlagen ausführlich betrachten und einen Ausblick auf die kommende Entwicklung unserer Organisation geben.

Heute jedoch verbleibt uns nur zu sagen: Es war vor fünf Jahren alles andere als klar, welchen Weg diese Organisation nehmen würde. Umso mehr sind wir froh darüber, wo wir heute stehen. Wir haben uns auf den Weg gemacht und haben große Schritte im Organisationsaufbau hinter uns gebracht. Wir werden unserem Weg treu bleiben und weiterhin stets fragend auf ihm voranschreiten!

Die Plattform lebt und wächst! – Auf die nächsten fünf Jahre!
Voran zum freiheitlichen Kommunismus! – Hoch mit denen, die kämpfen!

Heute vor 169 Jahren geboren: In Erinnerung an Errico Malatesta!

Heute vor 169 Jahren, am 14. Dezember 1853, wurde der italienische Anarchist und Revolutionär Errico Malatesta in Santa Maria Maggiore geboren.

Seit seiner Jugendzeit beteiligte sich Malatesta an verschiedenen sozialen Kämpfen. So wagte er beispielsweise zusammen mit anderen Anarchist:innen im Jahr 1877 einen Aufstand in der Region Kampanien, der aber von den Truppen der Regierung niedergeschlagen wurde. Nach einer Zeit im Gefängnis folgte eine von vielen Perioden seines Lebens, in denen er aus seiner italienischen Heimat ins Exil flüchten musste.

Anfangs noch ein Verfechter der “Propaganda der Tat” wandte sich Malatesta später von dieser Strategie ab und befürwortete einen organisierten Anarchismus. Obwohl er die Beteiligung der Anarchist:innen in den Gewerkschaften unterstützte, grenzte er sich von der Idee ab, die Gewerkschaftsbewegung alleine könne die soziale Revolution durchsetzen. Dagegen unterstütze er die Formierung eigenständiger anarchistischer Organisationen an der Seite der Gewerkschaften.

Im Laufe seines Leben schrieb Malatesta für viele Publikationen der anarchistischen Bewegung und gründete selbst mehrere Zeitungen. In seinen Artikeln und Aufsätzen formulierte er wichtige anarchistische Gedanken und Prinzipien in einer Klarheit, die damals wie heute vielen Menschen einen Zugang zu revolutionären Ideen erlaubte.

Durch seine intensive Schreib- und Organisierungstätigkeit und seine vielen Reisen und Exilaufenthalte in unterschiedlichen Teilen der Welt prägte Malatesta über Jahrzehnte die anarchistische Bewegung in Italien, in Europa und darüber hinaus.

Gegen Ende seines Lebens erlebte Malatesta den Aufstieg des italienischen Faschismus und in diesem Zuge die wachsende Repression gegen die revolutionäre Bewegung und Presse. Dennoch versuchte er weiter, die anarchistische Idee zu verbreiten bis er schließlich im Jahr 1932 an einer Lungenkrankheit starb.

Sein außergewöhnliches Leben und sein Kampf für eine herrschaftsfreie Gesellschaft sind auch heute noch für viele Menschen weltweit eine Inspiration. Wir möchten Errico Malatesta deshalb heute gedenken.